1. Was bedeutet „Subjekt-Verb-lange Ergänzung“?

Ein Satz besteht meist aus diesen drei Teilen:

  1. Subjekt (Wer macht etwas?)
    → Das ist die Person oder Sache, die etwas tut.
    Beispiel: Ich, Du, Dä Hund.
  2. Verb (Was wird gemacht?)
    → Das ist die Aktion, die ausgeführt wird.
    Beispiel: schlafä, gangä, ässä.
  3. Lange Ergänzung (Zusätzliche Informationen)
    → Das sind alle Details, die erklären:
    • Wann? (Ziit: Hüt am Aabe, Morn z'Morge).
    • Wo? (Ort: I de Stadt, Uf dä Berg).
    • Warum? (Grund: Zum zäme ässe, Wäg dä Chälte).
    • Wie? (Art/Weise: Ganz schnäll, Mit em Velo).

2. Regel für die Satzstellung

Im Schwiizerdütsch bleibt das Verb immer an 2. Stelle, egal wie lang die Ergänzung ist. Das Subjekt steht meistens am Anfang, aber es kann auch andersherum sein, wenn z. B. die Ergänzung zuerst kommt.

Einfacher Satz:

Ich gang i d Stadt.
(Subjekt → Verb → Ergänzung)

Mit langer Ergänzung:

Ich gang hüt am Aabe zäme mit mine Fründe i d Stadt, zum es paar Chleidliger aaluege.
(Subjekt → Verb → Ergänzung: Wann, mit wem, wohin, warum)


3. Satzstellungen mit langen Ergänzungen

a) Ergänzung am Ende:

Normalerweise steht die lange Ergänzung am Schluss:
Mir gönd i d Bärg, will s Wätter so schön isch.
(Subjekt → Verb → Ergänzung)

b) Ergänzung am Anfang:

Manchmal kommt die Ergänzung zuerst, dann bleibt das Verb an 2. Stelle:
Am Samschtig am Morge gang ich i d Stadt.
(Ergänzung → Verb → Subjekt → weitere Ergänzung)

3. Satzstellungen mit langen Ergänzungen

c) Nebensätze mit langer Ergänzung:

In Nebensätzen schiebt sich das Verb ganz ans Ende:
Ich ha gmeint, dass mir am Aabe no öppis z’esse finge.
(Nebensatz: Subjekt → Ergänzung → Verb)


4. Beispiele für Übung

Einfacher Satz:

Du trinksch am Morge immer chalte Kaffee.
(Subjekt → Verb → Ergänzung: Wann + wie)

Komplexer Satz mit langer Ergänzung:

Dä Hans isch gester am Namittag zäme mit sim Hund id Wald gange, zum Pilz sueche.
(Subjekt → Verb → Ergänzung: Wann + mit wem + wohin + warum)

Satz mit Umstellung:

Zum Pilz sueche isch dä Hans gester am Namittag id Wald gange.
(Ergänzung → Verb → Subjekt → weitere Ergänzungen)


Beispiele mit Subjekt-Verb-lange Ergänzung

Schwiizerdütsch Deutsch Erklärung
Am Freitig am Namittag fahrt dä Peter mit sim Velo i d Berge, um Fotos z’schiüsse. Am Freitagmittag fährt Peter mit seinem Fahrrad in die Berge, um Fotos zu machen.
  • Wann? Am Freitagmittag
  • Wie? Mit seinem Fahrrad
  • Wohin? In die Berge
  • Warum? Um Fotos zu machen
Mir lüüted jede Tag am Abig im Wohnzimmer, zum eues Buch z’luege. Wir sitzen jeden Abend im Wohnzimmer, um ein neues Buch zu lesen.
  • Wann? Jeden Abend
  • Wo? Im Wohnzimmer
  • Warum? Um ein neues Buch zu lesen
D’Mutter kocht hüt z’Mittag e lecker Spaghetti Bolognese für d’Gschwister. Die Mutter kocht heute Mittag leckere Spaghetti Bolognese für die Geschwister.
  • Wann? Heute Mittag
  • Was? Leckere Spaghetti Bolognese
  • Für wen? Für die Geschwister
Am Samschtig am Aabe treffed sich d’Freunde am See, zum grilliere und schnäue. Am Samstagabend treffen sich die Freunde am See, um zu grillen und zu plaudern.
  • Wann? Am Samstagabend
  • Wo? Am See
  • Warum? Um zu grillen und zu plaudern
Dä Hans spielt jede Sonntig im Park mit sim Hund, zum sich uszutobe. Hans spielt jeden Sonntag im Park mit seinem Hund, um sich auszutoben.
  • Wann? Jeden Sonntag
  • Wo? Im Park
  • Mit wem? Mit seinem Hund
  • Warum? Um sich auszutoben
Am Morge trinkt ich immer en warme Kaffee mit Zimt und Honig, bevor ich i d’Arbeite gang. Am Morgen trinke ich immer einen warmen Kaffee mit Zimt und Honig, bevor ich zur Arbeit gehe.
  • Wann? Am Morgen
  • Was? Einen warmen Kaffee mit Zimt und Honig
  • Bevor? Bevor ich zur Arbeit gehe
D’Chind mache nach de Schuel ihre Hobbyaktivitäte, wie Fussball spiele oder Musig üebe. Die Kinder machen nach der Schule ihre Hobbyaktivitäten, wie Fußball spielen oder Musik üben.
  • Wann? Nach der Schule
  • Was? Ihre Hobbyaktivitäten
  • Beispiele: Fußball spielen oder Musik üben
Am Windigach, wenn s Schnee ligt, blibed mir d’Ziit dehei und lueged Filme. An windigen Tagen, wenn Schnee liegt, bleiben wir die Zeit zu Hause und schauen Filme.
  • Wann? An windigen Tagen, wenn Schnee liegt
  • Wo? Zu Hause
  • Was? Filme schauen
Dä Chef organisiert jede Monat e Teammeeting i dr grosse Konferenzräum, zum Projektstatus z’überprüefe. Der Chef organisiert jeden Monat ein Teammeeting im großen Konferenzraum, um den Projektstatus zu überprüfen.
  • Wann? Jeden Monat
  • Wo? Im großen Konferenzraum
  • Warum? Um den Projektstatus zu überprüfen
Mir gönd am Fritig abig ussse mit mine Fründinne, um s’neui Restaurant i dr Altstadt z’probiere. Wir gehen am Freitagabend auswärts mit meinen Freundinnen, um das neue Restaurant in der Altstadt auszuprobieren.
  • Wann? Am Freitagabend
  • Wo? Auswärts, in der Altstadt
  • Mit wem? Mit meinen Freundinnen
  • Warum? Um das neue Restaurant auszuprobieren

Zusätzliche Tipps

Übungen (selber versuchen)

Versuch, diese Sätze zu vervollständigen:

Nummer Unvollständiger Satz Vorgeschlagene Lösung
1 Hüt am Aabe ________ (Verb) ich mit mine Kollegä ________ (wohin?), zum ________ (warum?). Hüt am Aabe gang ich mit mine Kollegä i d Stadt, zum öpis z'esse.
2 Am Morge ________ (Verb) dä Hund ________ (wo?), zum ________ (warum?). Am Morge lauft dä Hund dur dä Park, zum sich usztobe.
3 Am Samschtig am Namittag ________ (Verb) mir ________ (wohin?), mit wem ________ (mit wem?). Am Samschtig am Namittag gönd mir i d Bärg, mit sim Hund.
4 Dä Lehrer ________ (Verb) d'Chind ________ (warum?), während ________ (was?). Dä Lehrer üebt mit d'Chind Grammatik, während si Texte läsed.
5 Uf dä Feierabend ________ (Verb) ich ________ (wohin?), um ________ (warum?). Uf dä Feierabend gang ich i d Badi, um z'relaxe.